Wie die Jahre vergehen (1): Rückkehr auf die „Balkantrasse“

Balkantrasse_1Im Juni 2011 war der Autor Bernd Franco Hoffmann für sein Erfolgsbuch Stillgelegte Bahnstrecken im Bergischen Land unterwegs, um die Demontage der Balkantrasse zwischen Lennep und Opladen zu dokumentieren.

Nachdem der Ausbau der Balkantrasse zu einem Rad- und Wanderweg in Burscheid, Wermelskirchen und Remscheid beschlossen wurde, waren damals  in den vorangegangenen Monaten – bis auf ein kleines Teilstück in Wermelskirchen oberhalb der Umgehungsstraße – alle Gleise entfernt.

Dennoch war die zeitweise sogar zweigleise Eisenbahntrasse an vielen Stellen noch erkennbar. Manche Haltepunkte wie Kuckenberg oder Tente waren allerdings völlig verfallen oder vollständig verschwunden, andere Bahnhöfe wie Pattscheid und Hilgen waren noch mehr oder weniger erhalten. Ein trauriges Bild bot damals der Wermelskirchener Bahnhof. Empfangsgebäude und Güterhalle existierten noch, wirkten aber ziemlich heruntergekommen wie auch die Umgebung drumherum. Das Bild des Bahnhofes war von einer Spielhalle, einer Skaterhalle und zwei Discountern geprägt .

Jetzt kehrte der Autor drei Jahre später zurück, um mit Christiane Dors einen ersten Trailer für das neue Buch Stillgelegte Bahnstrecken im Rheinland  zu drehen.  Dabei konnte er auch feststellen, dass der Radweg zwischen Opladen und Lennep inzwischen fast fertiggestellt ist. Das Guck-ins-Land-Panorama im Herzen des „Burscheider Balkans“ ist sehr idyllisch und ein paar alte Relikte wie Kilometeresteine und Wartehäuschen sind ebenfalls noch vorhanden. Allerdings fehlt es bislang, wie an der ehemaligen Sülztalbahn zwischen Köln und Lindlar,  dem „Samba“ in Wuppertal-Cronenberg oder der „Werkzeugtrasse“ in Remscheid-Hasten über entsprechende Schautafeln zur Geschichte der Balkantrasse. Fazit: Wenn die Bahnvon den Menschen früher so häufig genutzt worden wäre wie heute von den Radfahrern, Skatern  und Spaziergängern, hätte  die Strecke wohl nie stillgelegt werden müssen.

Wir schafften es an diesem Tag bei Schwitzmist-Hitze mit Fahrrad und Skatern nur bis Burscheid und verputzten in der Gaststätte des Burscheider Bades ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites und Salatbeilage. Dabei beobachteten wir eine Sensation: Menschen im Schwimbad, von denen nur fünf Prozent tätowiert waren.

Wie die Jahre vergehen (3): Meinerzhagen – Das Comeback

Wie die Jahre vergehen (2): Der Bau der Gebirgsstrecke Gruiten – Deutz und ihre Zweigbahnen

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2 Gedanken zu „Wie die Jahre vergehen (1): Rückkehr auf die „Balkantrasse“

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