Integration auf die Schiene gebracht – „Interkulturelle Eisenbahn“ zum Mitmachen

Das Startmodul für die Interkulturelle Eisenbahn (Foto: BFH)

Das Startmodul für die Interkulturelle Eisenbahn (Foto: BFH)

Ein paar Gleise, ein Bahnsteig, drumherum ein paar Bäume und Büsche. Auf den ersten Blick könnte die Szenerie von jedem x-beliebigen Modelleisenbahnbastler stammen.

Doch das rund ein Meter lange Diorama mit der Diesellok V 200, das der Eisenbahnclub Bergisch Gladbach an diesem Vormittag vor seinem Vereinsheim an der Mülheimer Straße präsentiert hat es in sich. Es ist ein Modul und soll zusammen mit anderen Teilstücken als Gesamtanlage in Bergisch Gladbach die Integration fördern. „Interkulturelle Eisenbahn“ nennt sich das Projekt, das der Eisenbahnclub zusammen mit der Stadt und den ansässigen Vereinen dauerhaft auf die Beine stellen will. Dabei wollen die Beteiligten den Wunsch, sich zu integrieren mit der Lust am Basteln kombinieren.

„Es macht doch einfach Spaß, gemeinsam etwas zu basteln und gestalten“, meint Stadtsprecherin Iris Gehrke. Der Fantasie, so Gehrke, seien dabei überhaupt keine Grenzen gesetzt. „Ideen aus allen Kulturkreisen sind da möglich. Das kann die italienische Adria genauso wie die rumänischen Karpaten sein. Jeder kann ein Stück Heimat mit nach Bergisch Gladbach bringen“, betont Gehrke. Zusammen soll dann daraus eine große Multi-Kulti-Eisenbahn entstehen.

Großer Presserummel: Vertreter der Vereine, der Stadt und des Eisenbahnclubs vor dem Interkulturellen Modul (Foto: BFH)

Großer Presserummel: Vertreter der Vereine, der Stadt und des Eisenbahnclubs vor dem Interkulturellen Modul (Foto: BFH)

Wie ein Stück Heimat zum Teil einer Modelleisenbahnanlage entsteht, wird den interessierten Vereinen Jörg Ackmann zeigen. Der Jugendwart des Eisenbahnclubs ist ein erfahrener Modelleisenbahner. Er ist von der Idee der Modelleisenbahn zum Mitmachen fest überzeugt. „In Bergisch Gladbach schlummert eine Menge Potenzial“, glaubt Ackmann. „Da kann sich der türkische Elektriker ebenso entfalten wie der italienische Tischler“, sagt Ackmann. Sowieso, so der Modellbahner, würde beispielsweise in der Türkei eine kleine, aber feine Modellbahnszene existieren.

Grundlage für die Teilnahme an der Interkulturellen Eisenbahn ist eine passgenaue Sperrholzmodulplatte, die den Vereinen für 100 Euro zur Verfügung gestellt wird. „Wir bemühen uns noch um eine kostengünstigere Lösung“, erklärt Martina Siebenmorgen, bei der Stadt Bergisch zuständig für die „Integration Zugewanderter“.

Ist das Grundmodul erstmal erworben, steht Jörg Ackmann den multikulturellen Modellbahnern mit Rat und Tat beiseite. Die Anlage soll als Gleichstrommodell dann digital gesteuert werden – Märklinisten müssten also „draußen“ bleiben. Die fertige „Bahn der Vielfalt“ soll dann spätestens im Jahre 2011 beim Gladbacher Kultur- und Stadtfest präsentiert werden. Dann wird hoffentlich auch die V200 „Anschluss“ gefunden haben.

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