Die deutschen James Bonds – TV-Klassiker auf DVD

John Klings AbenteuerAufregend ist das Agentenleben – und auf der Leinwand zudem kassenträchtig. Der enorme Erfolg von James Bonds „Goldfinger“ im Jahre 1964 schreckte damals auch die Fernsehgewaltigen auf. Das junge Medium boomte und die Intendanten suchten händeringend nach spannenden Stoffen. So entstanden für das deutsche TV mehrere Agententserien, die schnell das Etikett „deutscher James Bond“ angeheftet bekamen. Drei der bekanntesten Klassiker sind auf DVD erhältlich.

Nur ungern nach Ungarn

Einer der ersten Vertreter waren 1965 „John Klings Abenteuer“ (Polarfilm, ca. 29,95 Euro). Die nach einem Groschenroman entstandene Vorabendserie mit „Lederstrumpf“ Hellmut Lange und Uwe Friedrichsen in den Hauptrollen lockte wöchentlich rund 30 Millionen Zuschauer vor die Matscheibe. Die 26 Folgen starteten meistens mit dem Angebot: „Ich habe einen Auftrag für Sie, John Kling!“. Abschließend mussten sich die beiden Detektive John Kling und Jones Burte 25 Minuten lang mit Kunsträubern, Attentätern oder korrupten Militärs herumschlagen. Was den Verbrauch an blauen Bohnen, Alkohol und Zigaretten betraf, halten die beiden Westentaschebonds locker mit dem britischen Vorbild mit. Nur der schnoddrige Sprücheklopfer Burte („Wohin?“ „Nach Ungarn!“ „Nur ungarn, äh ungern…“) holte sich im Gegensatz zu 007 bei der Damenwelt oft eine glatte Abfuhr.

In die entlegensten Winkel der Erde

Noch populärer als John und Jones wurde ab 1969 ein gewisser „Percy Stuart“ (Alive-Vertrieb und Marketing, ca. 28,95 Euro). Der junge Millionär Percy Stuart will den letzten Wunsch seines Vaters erfüllen und in den elitären „Excentric Club“ eintreten. Dafür muss Percy aber insgesamt 52 Aufgaben lösen, die ihn und Rechtsanwalt Reginald Prewster in die entlegensten Winkel der Erde führen. Keine Folge kam ohne handfeste Prügelei aus und die vielen Toten sind für eine Vorabendserie fast schon inflationär. Die unterkühlte Komik des unbeholfenen Prewster und Percys jungenhafter Charme sorgen aber immer für den heiteren Ausgleich.

Wenn Donald mit der Daisy

Donald und Daisy mal ganz anders – so könnte das Motto für Stuart-Nachfolger „Diamantendetektiv Dick Donald“ (Alive-Vertrieb und Marketing, ca.16 Euro) lauten. Die bereits komplett in Farbe gedrehten 13 Folgen zeigten ab 1971 den jungen Götz „Schimanski“ George in der Titelrolle als Donald und seine damalige Ehefrau Loni von Friedl als Assistentin Daisy. Donalds Abenteuer spielen alle in Südafrika und zeigen George bereits als actionbetonten Draufgänger. Die dennoch merkwürdig trashig wirkende Serie ist in erster Linie durch das rätselhafte Ende der letzten Episode in Erinnerung geblieben

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