Ray Millers Melodien für die Mädels dieser Welt

Ray Miller

Ein Mann und seine Mädels (Collage: Hoffmann)

Ob Angelina, Antoinette oder Antonella: Ray Miller hat sie alle gehabt. Zumindest in seinen musikalischen Schlagerfantasien, denn zu 95 Prozent sind  Millers Melodien nach Mädchennamen benannt. Mädchen, von denen Ray in seinen Liedern geradezu ausufernd schwärmte.

So zum Beispiel von der flotten „Gina mit dem roten Haar“, deren weibliche Reize er geradezu ausufernd bejubelte:

Die tollen Formen und vor allem deine Beine,
deine Augen, Mund und Nase hat sonst keine.
Ob du dich im Walzer drehst,
oder oben ohne gehst
– du bist ne´ tolle Augenweide.

Seine Begeisterung bekräftigte er zwischen den Zeilen gerne mal mit einem neckischen „Hoho“ oder einem wuchtigen „Wow!“.  Die Mädels wechselte Ray in seinen Schlagern dennoch wie die sprichwörtlichen Hemden, der Frauenversteher blieb stets ein musikalischer Schwerenöter. Schwor „Randy Ray“ der Gina  („Dein sagenhafter Sex macht mich total perplex.“) zunächst noch allzeit innige Liebe, so verbrachte er kurz drauf mit der sagenhaft küssenden „Caroline“ („Sie kam zum Rendezvous, wir duzten uns im Nu.“) einen mehr als netten Nachmittag.

Freche Texte und forsches Auftreten

Mensch Miller

Mensch Mädel – Ich bin´s – der Miller! Wow! (Foto: Schulz)

Aus diesem rasanten Rendezvous wurde dann im Jahre 1970 sogar Rays größter Hit: Mit seiner knutschenden „Caroline“ („Und weil´s so herrlich ist, habe ich sie gleich geküsst.) stürmte Miller sogar  Platz 1 der ZDF-Hitparade und Platz 11 der Verkaufscharts. Durch die flotten Power-Polka-Songs, den frechen Texten und dem forschen Auftreten ragte der blonde Ladykiller Miller damals wohltuend aus dem braven Schlagereinerlei heraus, schaffte sich aber offenbar nicht nur Freunde.
So bemerkte ZDF-Hitparaden-Moderator Dieter Thomas Heck in seiner Biografie „Der Ton macht die Musik“, dass Miller „bei den anderen Künstlern sehr unbeliebt war“.  Angeblich putzte Rainer Müller – so sein bürgerlicher Name –  alle möglichen Mitbewerber munter  runter.  Über Mon Thys, der deutsche Versionen von Mungo Jerrys „In The Summertime“ und des T-Rex-Hits  „Hot Love“ interpretierte, behauptete der miese Miller angeblich, dass dieser sich „beim Singen anhöre, als ob er kotze“.  Besonders Drafi Deutscher beschwerte sich laut DTH heftig über den rüden Ray: „Dass Miller bei meinem Auftritt lauthals Buh gerufen hat, dafür gibt es eine ganze Reihe von Zeugen.“

Abstieg des Schlager-Chauvis
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Für Ray Miller zählte weniger Wein, als vielmehr Weib und Gesang. (Foto: Schulz)

Allzu lange musste sich der deprimierte Drafi über den Schlager-Chauvi nicht ärgern: Nach 1971 liefen dem Ladykiller nicht nur die Mädels, sondern auch die Hitparadenerfolge davon.  „O la la Brigitte“ („Geb´ ich mal Gas auf der Autobahn, bist du ganz weg – ich seh´s dir an.“) blieb im Juni 1971 die letzte Top-50-Platzierung. Auch wenn ihm kein Hitparadencomeback mehr glückte: Millers Melodien für die Mädels dieser Welt sind allein wegen des schusseligen Charmes immer noch hörenswert.

 

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2 Gedanken zu „Ray Millers Melodien für die Mädels dieser Welt

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